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Kritik am Internet

 Einleitung
 Disclaimer
 "Funzen"
 Gespielter Microsoft-Hass
 Hobby-Server-Admins
 Nervende Newbies
 PHP

Einleitung

Ich habe jetzt seit 2001 Internet. Im Laufe der Zeit fallen einem dort einige Dinge auf, die einem gehörig den Spaß daran verderben. In diesem Artikel möchte ich auf einige dieser Dinge eingehen.

Manches in diesem Artikel hört sich vielleicht (sehr) arrogant und besserwisserisch an. Sorry, aber es ist nun mal so, dass einem bestimmte Sachen irgendwann dermaßen auf die Nerven gehen und man sich dementsprechend darüber auslässt.

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Disclaimer

Wenn man heutzutage im Internet surft, stößt man auf vielen deutschen Seiten auf folgende oder vom Sinn her ähnelnde Zeilen:

Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das Landgericht - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage und mache mir ihre Inhalte nicht zu eigen.

Mir sind diese Zeilen zum ersten Mal im Jahre 2002 begegnet und wusste schon damals, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Ich gebe zu, dass ich sie mir nie richtig durchgelesen hatte, aber irgendwie hatte ich trotzdem das Gefühl, dass es sich hierbei um ausgemachten Blödsinn handelt.

Meine Theorie wurde zum Glück 2004 bestätigt, als ich auf diversen Internet-Seiten las, dass es sich hierbei um ein riesiges Missverständnis handelt. Das Urteil vom 12. Mai 1998 besagt eben nicht, dass man für illegale Inhalte von verlinkten Webseiten nicht verantwortlich gemacht werden kann, wenn man sich davon distanziert. Es besagt vielmehr, dass man für die Inhalte von verlinkten Webseiten auch verantwortlich gemacht werden kann, wenn man sich davon distanziert, aber erkennbar ist, dass man diese bewusst verlinkt hat. Genau das hat der damals Verurteilte nämlich getan.

Und mal ehrlich: Warum verlinkt man denn eine Webseite? Weil man sie gut findet und weil man sie ggf. auch als Ergänzung zu seiner eigenen Seite sieht. Warum soll man sich dann also von ihrem Inhalt distanzieren?
Außerdem: Wenn das stimmt, könnte ich ja mit voller Absicht auf irgendeine Kinderporno-Seite verweisen, auf der man die Kinder auch noch kaufen kann und nebenbei Raubkopien von Software, Musik-CDs, DVDs usw. angeboten werden (die Seite ist also super-duper-mega-illegal). Aber ich bin aus dem Schneider, weil ich mich ja davon distanziere. So ein Quatsch.

Wer auch immer diesen Unsinn in die Welt gesetzt hat, hat sich das Urteil offensichtlich nur oberflächlich durchgelesen. Wie kann man das nur so falsch verstehen? Das ist mal wieder typisch: Hauptsache, es kann Panik verbreitet werden.
Noch weniger verstehe ich allerdings die Webseiten-Autoren, die diesen Unsinn auch noch in ihre Seiten einfügen. Machen die sich überhaupt keine Gedanken darüber, was sie da in ihre Webseiten einfügen? Zugegeben, ich schreibe niemandem vor, zu wissen, was das Urteil vom 12. Mai 1998 genau besagt, aber man muss doch mit etwas gesundem Menschenverstand erkennen können, dass diese Interpretation Unsinn ist. Aber man kann sie ja keines Besseren belehren. Und außerdem denken sie "Wenn es alle tun, wird es schon richtig sein!".

Und damit es nicht heißt, dass ich mir das nur ausgedacht habe, hier meine Quellen:
http://www.daniel-rehbein.de/urteil-landgericht-hamburg.html
http://jendryschik.de/misc/disclaimer
http://wazgnuks.net/impressum

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"Funzen"

Nicht nur Andreas Waechter (MudGuard) ist der Meinung, dass derjenige, der das Wort "funzen" in die Welt gesetzt hat, gevierteilt gehört.

Ja, ich gebe zu, dass ich dieses Wort früher auch benutzt habe, aber irgendwann war es nur noch doof, weil es ja alle gemacht haben. Und sobald alle etwas machen, macht es mir oft keinen Spaß mehr.

Aber wie auch MudGuard schon erwähnte, ist das alles nichts im Vergleich zu der Abwandlung "funken". Wenn etwas funkt, dann sendet es entweder Funkwellen oder es fängt langsam an zu brennen. Aber "funken" als Synonym für "funktionieren"?
Und ich schwöre, sobald mir jemand per Mail folgenden Kommentar schickt (es muss nicht exakt dieser Kommentar sein, hauptsache "funkt" kommt drin vor - wobei, so, wie die Leute heutzutage drauf sind, ist das durchaus möglich...):

Es funkt aba net!!!!!!1

werde ich dementsprechend reagieren:

  1. Wie denn, oder siehst du irgendwo eine Antenne?
  2. Oh, dann sei froh, das hätte sich sonst zu einem schlimmen Zimmerbrand entwickelt.

Ich werde es tun...

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Gespielter Microsoft-Hass

Die Firma Microsoft ist aufgrund von abstürzenden Programmen, hohen Preisen und sonstiger Firmenpolitik bei manchen Leuten nicht sehr beliebt. Diese bringen ihren Hass gegenüber dieser Firma auch oft öffentlich zum Ausdruck.

Ich sage es mal so: Wenn jemand Microsoft nicht mag, dann soll er das auch dürfen. Er sollte aber eine Begründung für seine Meinung haben. Ich habe ständig das Gefühl, das viele, die Microsoft nicht mögen, das eigentlich nur tun, weil es alle tun. Tolle Begründung. Zumeist behaupten diese Personen dann auch, Linux sei viel besser, obwohl sie das noch nie benutzt haben und tagtäglich ihr (oft raubkopiertes) Windows starten und damit Counterstrike oder was weiß ich zocken, ihr System dadurch stark belasten und es so zum Abstrurz bringen.

Besonders nervend ist in diesen Zusammenhang eine Art Wortspiel: Das "s" in Microsoft wird durch ein Dollar-Zeichen ersetzt, so dass jetzt von Micro$oft bzw. M$ die Rede ist. Nun ja, am Anfang war das ja noch ganz witzig, aber wenn man es nur noch liest, ist es irgendwann nicht mehr komisch.

Meine persönliche Meinung zu Microsoft ist folgende: Diese Firma hat einige gute und interessante Produkte herausgebracht (ich finde es beispielsweise toll, was mit Outlook alles möglich ist und wie schön Windows XP Professional doch sein kann; es gibt auch viele kleinere Tools, die nicht so bekannt sind und mit denen man genau das machen kann, was man vorhat, ohne alles unnötig aufzublähen - beispielsweise der gute alte Help Workshop). Allerdings nervt, dass diese Firma beispielsweise das Rad ständig neu erfinden will (und auch wesentlich schlechter, wie bei Office Open XML), sie Termine nicht einhalten kann (wie bei Windows Vista) und sich bei der Umsetzung von Standards nicht an diese hält (z.B. die HTML- und CSS-Unterstützung in früheren Versionen des Internet Explorer).

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Hobby-Server-Admins

Es ist ja bekanntermaßen nicht nur möglich, bei Webspace-Providern einfache Hosting-Angebote zu mieten, bei denen man sich einen großen Server mit vielen weiteren Kunden des Providers teilt. Nein, man kann auch einen ganzen Server mieten, den hat man dann für sich alleine und kann dessen Potential voll ausnutzen.

Komplette Server sind für große Firmen und Unix-Profis gedacht. Doch das scheinen viele nicht zu verstehen. Sie haben vom Betriebssystem absolut keine Ahnung. Leute, so ein Server ist öffentlich, wenn ihr da was falsch konfiguriert, kann das ernste Konsequenzen haben! Euer Server könnte zum Beispiel als Spam-Schleuder missbraucht werden. Wenn das passiert, werdet ihr ganz schön doof gucken!

Eines der Hauptargumente, mit denen ein solcher Hobby-Server-Admin die Anschaffung des Servers begründet, ist dass er viel Speicherplatz braucht und viel Traffic verursacht. Jetzt mal im Ernst: Das ist doch kein tragendes Argument. Es gibt genügend normale Webhosting-Angebote, die viel Speicherplatz und Traffic enthalten - man muss sich einfach nur mal auf webhostlist.de richtig umsehen. Von mir aus kann es auch ein sog. "Managed Server" sein (da kümmert sich der Provider um den Server), aber lasst bloß die Finger von Root-Servern, wenn ihr nur auf die Ressourcen aus seid und keine Ahnung vom Betriebssystem des Servers habt! Das Geld könnt ihr wirklich besser investieren!

Wieso tut ihr das nur? Viele, die einen Root-Server bestellen, haben doch eigentlich gar keinen richtigen Verwendungszweck dafür:
Wenn ihr nur mit Unix experimentieren wollt, ist das keine gute Idee.
Wenn ihr nur eure Hobby-Homepage drauf packen wollt, seid ihr echt verschwenderisch. Und anschließend meckert ihr, dass euch der Staat das Geld aus der Tasche nimmt.

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Nervende Newbies

In letzter Zeit gibt es einen ziemlich traurigen Trend zu beobachten: Newbies (also Anfänger auf bestimmten Gebieten), die wirklich alles vorgekaut haben wollen, in keinster Weise irgendeine Form von Eigeninitiative zeigen und bei ihren Fragen nach dem Motto "In der Kürze liegt die Würze" vorgehen und überhaupt nicht auf die Rechtschreibung achten.

Solche nervenden Newbies tauchen entweder in einschlägigen Foren auf oder fragen Webseitenbetreiber per E-Mail.

Meistens fangen solche Fragen schon in der Begrüßung an (sofern die Mail denn eine hat, denn das macht ja heutzutage keiner mehr): Hallo Patrick Canterino. Warum redet man einen Menschen mit Vor- und Nachnamen an? Hallo Patrick oder von mir aus auch Hallo Herr Canterino (ich lasse mich nicht gerne siezen) hört sich viel besser an.
Dann kommt zuerst der Hinweis, dass der Fragesteller sich schon seit Tagen mit dem Problem herumschlägt und ziemlich verzweifelt ist.
Anschließend folgt eine sehr detaillierte Fehlerbeschreibung nach dem Motto Ich habe versucht, dein Script zu installieren, aber es geht nicht. Oh toll, gibt es denn nicht mal irgendeine Fehlermeldung oder eine Beschreibung, was genau nicht funktioniert und wie der Fragende vorgegangen ist? Meistens folgt noch die wunderschöne Frage Was mache ich falsch?.

Wenn es doch mal brauchbare Fragen sind oder man nach und nach die notwendigen Informationen aus dem Fragenden herausgequetscht hat, stellt man leider ziemlich oft fest, dass die Antwort auf die Frage bereits in der entsprechenden Anleitung steht - er hätte sie also nur lesen müssen. Also wird der Fragende darauf hingewiesen. Aber anschließend gibt es folgende Reaktion: Ich verstehe nicht, was du meinst.
Nachdem man sich dann wieder einigermaßen beruhigt hat, weist man ihn nochmals daraufhin oder erklärt es ihm nochmals. Dabei kann es hin und wieder vorkommen, dass man sich aus Ärger über so etwas im Ton ein wenig vergreift und der Newbie anschließend total ausrastet, was man meistens an lustigen Buchstabendrehern und sehr vielen Ausrufezeichen erkennen kann, die dann in Einsen übergehen.

Wenn der Lösungsweg richtig war und den Fragenden zum Ziel geführt hat, gibt es meistens kein freundliches Dankeschön oder sonst irgendeine Bestätigung, dass es geklappt hat. Nein, der Helfende bleibt im Ungewissen, er weiß nicht, ob der Rat geholfen hat.

Warum sind die Newbies nur so geworden? OK, jeder hat mal klein angefangen, ich auch. Aber wir haben uns nicht so verdammt dämlich angestellt, wie es heutzutage leider ständig der Fall ist. Nun ja, als ich angefangen habe, habe ich auch hin und wieder mal was im SELFHTML Forum nachgefragt und ich hätte mir so manche Frage sparen können, wenn ich ein bisschen besser hingesehen hätte.

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PHP

Auch wenn PHP immer beliebter wird, gibt es einige Dinge, die mich daran aufregen. Auf diese Dinge möchte ich jetzt eingehen.

Für die meisten PHP-Programmierer ist PHP die serverseitige Script-Sprache. Wenn es für sie etwas anderers gibt, dann ist das Perl, das sie aber immer CGI nennen. CGI ist aber eine Schnittstelle - keine Programmiersprache!
Warum erlauben so viele Web-Hoster PHP, geben aber dafür keinen Zugriff auf die CGI-Schnittstelle? Ich meine, ob mit PHP oder einem CGI-Script, es kommt ja wohl auf's selbe raus. Und wenn man suEXEC oder sowas in der Art für CGI-Scripts einsetzt, hat man auch viele Sicherheitsprobleme behoben.

PHP-Programmierer beschweren sich oft, dass Perl so schwer zu verstehen sei. Das kann ich nicht verstehen, diese beiden Programmiersprachen haben sehr viele Gemeinsamkeiten. Mag sein, dass Perl ein paar Eigenheiten hat, aber das kann ein Perl-Programmierer ja auch über PHP sagen.
PHP hat bei falscher Anwendung auch eine starke Tendenz zu unsauberen Quellcode. Die Möglichkeit, PHP-Code direkt in HTML einzubetten ist für kleinere Spielereien eine eigentlich sehr sinnvolle Lösung, bei größeren Angelegenheiten wird der Code dadurch sehr unordentlich. OK, bei Perl kann das mit der HereDoc-Syntax (print <<"END";) leider auch passieren.

PHP zieht etliche nervende Newbies an, die sich mit dieser Materie beschäftigen, ohne sie auch nur im Entferntesten zu verstehen (das Verstehen einer Sache ist sehr wichtig, sonst wird das nämlich nie etwas). Plötzlich meint jeder, er könne programmieren (was ja coole bzw. kewle Leute immer als coden oder proggen bezeichnen). Und wenn sie mal wegen irgendwas nicht weiterkommen, posten sie ins nächstbeste Forum. Das hätten sie sich dann aber sparen können, weil es gut sichtbar in der Anleitung steht.
Interessant ist auch, dass PHP-Anfänger, die sich gerade erst seit ein paar Tagen mit diesem Thema beschäftigen, sofort irgendeine riesengroße Anwendung programmieren wollen. Klar, dass das nichts wird und anschließend irgendein einschlägiges Forum mit Fragen zu grundlegenden Dingen zugemüllt wird.
Diesbezüglich gibt es da noch ein etwas seltsames Phänomen, über das ich mich immer wieder aufregen kann: In Foren oder Newsgroups zum Thema PHP gibt es immer irgendeinen Klugscheißer, der zu wirklich jeder Frage eine Antwort parat hat. Ob die Antwort richtig ist, kann ich nicht sagen, da mir diese Fragen ohnehin immer zu kompliziert sind.

OK, zur Verteidigung von PHP sei gesagt, dass es eigentlich eine für Web-Anwendungen gut geeignete Script-Sprache ist, mit der ich auch meine ersten Geh-Versuche in der serverseitigen Web-Programmierung getan habe. Es ist aber nur nervig, wie unnötig diese Sprache gepusht wird und wie sich die Nutzer verhalten, die ja meistens sowieso noch Kinder sind.

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